LEGO (12.01.2004)

Umsatzrückgang um 25 Prozent

Stellvertretender Geschäftsführer Poul Plougmann ausgeschieden, vereinfachte Führungsstruktur mit Kjeld Kirk Kristiansen an der Spitze

Der stellvertretende Geschäftsführer und COO Poul Plougmann verlässt die Lego Company, nachdem am 8. Januar 2004 für das Geschäftsjahr 2003 ein Rekorddefizit von etwa 188 Mio. Euro (2002: 84,3 Mio. Euro Gewinn) prognostiziert wurde. Es gab Verluste von Marktanteilen auf wichtigen Märkten, so dass der globale Umsatz mit 8,555 Mrd. DKK (1,148 Mrd. Euro) rund 25 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres mit 11,426 Mrd. DKK (1,538 Mrd. Euro) liegen dürfte. Im Rahmen eines markanten Strategiewechsels werde die Lego Company ihren Einsatz auf die grundlegende Produktidee des Unternehmens Lego Steine und Werte - konzentrieren.

Neue Führungsstruktur

Das neue Topmanagement des Unternehmens aus Billund wird von 14 auf neun Mitglieder reduziert, wobei die Strukturen vereinfacht werden: Kjeld Kirk Kristiansen übernimmt als CEO die tägliche Verantwortung und wird unterstützt von Jesper Ovesen (Corporate Finance) und Jørgen Vig Knudstorp (Corporate Affairs). Zur Führung gehören darüber hinaus Mads Nipper (Innovation und Marketing), Tommy Gundelund Jespersen (Supply Chain), Henrik Poulsen (Europäische Märkte und Lego Trading), Søren Torp Laursen (Amerikanische Märkte), Arthur Yoshinami (Asien und Pazifik) und Dominic Galvin (Brand Retail). Mads Ryder bleibt verantwortlich für die Legoland Parks. Der bisherige Chef für Corporate Development, Francesco Ciccollela, verlässt seinen Posten.

Die neue Organisationstruktur

bitte klicken für Großansicht der Struktur

Kjeld Kirk Kristiansen zum Ausscheiden des stellvertretenden Geschäftsführers Poul Plougmann: ”Wir haben eine Strategie verfolgt, die auf Wachstum in unseren Märkten basiert, auf wachsende Marktanteile und auf Wachstum durch die Entwicklung neuer Produkte. So ist es aber nicht verlaufen. Und wenn es Ungereimtheiten zwischen der Karte und dem Terrain gibt, dann muss man dem Terrain folgen. Das wollen wir sicherstellen durch eine Organisations- und Kostenanpassung, die durch klare Kommandowege eine bessere und schnellere Manövrierfähigkeit erlaubt. Das ist ganz entscheidend in Hinblick auf die häufigen und bedeutenden Veränderungen, die wir nun in der Entwicklung der Märkte erleben.
Die Bedingungen in der Spielzeugbranche waren – und sind weiterhin – sehr turbulent, und die Anforderungen an die Konkurrenzfähigkeit wird auch in den kommenden Jahren markant ansteigen: Wir werden auf Rentabilität fokussieren, dabei wollen wir die großen Möglichkeiten für rentables Wachstum ausschöpfen, die in unseren Kernprodukten stecken. Diese Rentabilität können wir nur in einer effektiven Organisation ohne Überschusskapazität erreichen. Darum reffen wir die Segel. Wir haben bereits die notwendigen Personalanpassungen in der Produktion durchgeführt. Jetzt werden wir die gesamte Organisation durchforsten, um festzustellen, welche Funktionen wir entbehren können. Begonnen haben wir beim Topmanagement.
Unser Ziel für 2004 ist ein Null-Resultat. Das wird schwer zu erreichen sein, aber es ist nicht unrealistisch in Anbetracht der Maßnahmen, die bereits in die Wege geleitet wurden.“ In der zukünftigen Strategie der Lego Company wird großes Gewicht auf die Kernprodukte gelegt, das wird zum Beispiel in einer Relancierung der Vorschulprodukte zum Ausdruck kommen. „Wir dürfen nicht stehen bleiben, weder was die Produktentwicklung noch die Marktführung angeht. Aber wir müssen uns sehr auf die Produkte konzentrieren, von denen wir wissen, dass die Verbraucher sie haben möchten - und mit denen wir Geld verdienen können,“ so Kjeld Kirk Kristiansen. „Ich habe nicht den kleinsten Zweifel daran, dass wir erneut eine zufriedenstellende Rentabilität im Unternehmen etablieren können – und damit die Basis für weiteres Wachstum auf einer rentablen Grundlage.“